30. April 2010

Blick in den später grünen Hof zwischen den beiden Gebäude (Foto Matthias Hoffmann 2010)
Mit einem kleinen Festakt wurde gestern Richtfest für das generationenübergreifende Wohnbauprojekt “Wohnen am Ziegelhof” gefeiert. Die Böblinger Baugesellschaft hat zwei Wohn- und Geschäftshäuser in der Böblinger Straße 58 -60 erstellt. Hier werden einmal Jung und Alt einträchtig neben- und miteinander leben. Im vorderen Haus an der Böblinger Straße wird im EG eine Kindertagesstätte für Kinder unter 3 Jahren eingerichtet, dazu einen Raum für den Seniorenrat sowie eine Gewerbeeinheit. Darüber liegen acht Drei- und Zweizimmerwohnungen, eine davon als Maisonette. Das hintere, ruhiger gelegene Gebäude wird zwölf Eigentumswohnungen mit Wohnflächen zwischen 57 qm und 106 qm beherbergen - mit den größeren Wohnungen werden vor allem junge Familien angesprochen – für Feste und Veranstaltungen wird in diesem Gebäude ein Gemeinschaftsraum eingerichtet. Aufzüge und die hauseigene Tiefgarage runden die gute Ausstattung dieser zentrumsnahen Lage ab.
Barriefrei und energerieffizient
Die meisten Wohnungen im Ziegelhof wurden barrierefrei geplant. Die Wärmeversorgung der Gebäude erfolgt über Erdwärme (Geothermie). Sie deckt kostengünstig und umweltschonend 75 bis 80 Prozent aller Heizlaststände im Jahr ab. Der Staat fördert den Kauf dieser den KfW-Richtlinien entsprechenden Wohnungen durch langfristige zinsverbilligte Darlehen.
Pflegerisches und hauswirtschaftliches Angebote
Senioren können das pflegerische und hauswirtschaftliche Angebote des benachbarten Seniorenzentrums “Haus am Ziegelhof” bei Bedarf in Anspruch nehmen. Neben z. T. kostenpflichtigen Hilfsdiensten bietet das Altenzentrum auch gesellige Angebote, einen Mittagstisch sowie einen Telefonnotruf.
Die KfW Bankengruppe ergänzt ab 01. Mai 2010 das aus Mitteln des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung unterstützte Förderangebot “Altersgerecht Umbauen” zur Reduzierung von Barrieren im Wohnungsbestand um eine Zuschussvariante. Antragsberechtigt sind private Eigentümer von 1- und 2-Familienhäusern bzw. Eigentumswohnungen, Wohneigentümergemeinschaften sowie Mieter. Gefördert werden zum Beispiel der Einbau von Aufzügen, die Überbrückung von Treppenstufen, die Verbreiterung von Türen oder die Anpassung von Bädern, um eine selbstbestimmte und unabhängige Lebensführung unabhängig von Alter und jeglicher Einschränkung in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen.
- Programmstart 01.05.2010
- Wohnungsbestand privater Eigentümer soll schneller an demografische Entwicklungangepasst werden
- Alternative zur Darlehensvariante
Ab einer Investitionssumme von 6.000 EUR kann ein Zuschuss von 5 % der förderfähigen Investitionskosten, max. 2.500 EUR pro Wohneinheit gewährt werden. Für Investoren mit umfassenderem Finanzierungsbedarf stehen darüber hinaus auch weiterhin Förderdarlehen zu sehr attraktiven Konditionen ab 1,51 % p. a. effektiv bereit. Das Programm basiert auf frei kombinierbaren, in sich flexiblen Förderbausteinen. Die dazu speziell für den Wohnungsbestand entwickelten technischen Mindestanforderungen stellen einen ersten bundesweiten Standard dar, der genügend Flexibilität bei der Umsetzung bietet, dabei jedoch eine hohe Qualität der Barrierereduzierung sicherstellt.
Weitere Informationen auf www.kfw.de oder über das Infocenter der KfW Bankengruppe unter der Telefonnummer 01801 / 33 55 77.
29. April 2010
Der kommunale Bauträger KWE Kommunale Wohnbau Ehningen GmbH hatte vergangenen Sonntag (25. April 2010) zu seiner jährlich zweimal stattfindenden Hausmesse eingeladen. Nach Angaben von Vertriebsleiterin Carolinda DiLaudo standen zwei Haustypen im Fokus der Messebesucher. Zum einen das freistehende Einfamilienhaus und zum anderen große Doppelhaushälften – beides kann die KWE entlang der S-Bahnline 1 (Stuttgart – Herrenberg) bieten. Aktuelle Wohnbauprojekte des Unternehmens entstehen im Ehninger “Bühl”, im Baugebiet ”Kayertäle” in Gärtringen sowie in der “Lüsse” in Deckenpfronn

- hier wirds schon etwas ländlicher, doch mit dem Auto sind aus der schön gelegenen Heckengäu-Gemeinde nur ein paar Minuten zum S-Bahnhof in Gärtringen – ich habe schon viele Sindelfinger kennengelernt, die der Kinder wegen da rausgezogen sind – kann ich irgendwie nachvollziehen.

Fachkundige Beratung ist beim Hauskauf die halbe Rate - Besucher und Immobilien-Expertin DiLaudo im Gespräch (Foto Elfi Schenker)
20. April 2010
Heute bin ich mit den Texten für die kommende Sonderveröffentlichung fertig geworden. Nach vielen Gesprächen mit Bauträgern und einem Massivhausanbieter kristallisierte sich heraus:
Der Bau von energieeffizientem Wohnraum ist eine Gradwanderung. Er muss das Maß finden zwischen ökologischem Anspruch und ökonomischer Realität. Natürlich geht technisch heute so gut wie alles, es muss aber vor allem im Geschosswohnungsbau bezahlbar bleiben.
- Die Schmerzgrenze wird beim Einsatz von Geothermie erreicht. Die Böblinger Baugesellschaft (Eigentumswohnungen im Hans-Watzlik-Weg, im “Wohnen am Ziegelhof” in Holzgerlingen und im Eisgässle in Böblingen), die Vereinigte Volksbank AG als Vertrieb (Erdwärme-Park Felsengarten mit Häusern und Wohnungen in Böblingen-Dagersheim) und der Böblinger Makler RN-Immobilien ebenfalls als Vertrieb für ein Mehrfamilienhaus in der Böblinger Galilei Straße bieten derzeit Wohnbauprojekte mit Erdwärme an.
- Auf die Versorgung mit Blockheizkraftwerk und Kraft-Wärme-Kopplung setzen Integral-Bau aus Sindelfingen in seinem 14-Familienhaus in der Ostelsheimer Straße in Sindelfingen-Darmsheim (Vertrieb erfolgt ebenfalls über die Vereinigte Volksbank AG) und der Freiburger Bauträger Vucovic-Enemag in seinem “Am Sommerhofenpark” in Sindelfingen – siehe auch diesen Artikel. Ich kenne mich bei der Technik dieser Dinger nicht aus. Es ist aber klar, dass ihre Anschaffung mehr Geld kostet. Klar ist aber auch, dass ihr Betrieb nicht nur Kosten verursacht sonders Einnahmen erwirtschaftet. Überschüssige Wärme wird zur Stromerzeugung genutzt und kommt den Erwerbern zu gute – es kommt also auch was aufs Konto. Ist eine Rechenfrage und eine Frage des Verbrauchs, wann sich die Mehrkosten armotisieren.
- Holz-Pellets werden von Marquardt Wohnbau aus Herrenberg in verschiedenen ihrer Projekten eingesetzt. Das Unternehmen setzt auch auf die Heizkraft von Solaranlagen – die meisten anderen speisen die Sonnenenergie nur in den Warmwasserkreislauf ein. Das Siedlungswerk Stuttgart betreibt solche Geschichten auch und auch Volker Eble von Eble Wohnbau aus Jettingen ist ein Verfechter des nachwachsenden und lokalen Brennstoffes Holz – leider haben diese beide Unternehmen z. Z. kein aktuelles Projekt bei uns in der Region.
- Röwisch Wohnbau setzt in seinem Böblinger Projekt auf eine eigentlich ganz simple Geschichte. Das 33-Familienhaus in der Böblinger City wird mit einer ganz gewöhnlichen Gas-Brennwerttherme beheizt. Allerdings wird in jede Wohnung eine kontrollierte Be- und Entlüftung ins Mauerwerk integriert. Die Pumpe läuft 50 sec. auf rein in die gute Bude und 50 sec. auf raus mit der verbrauchten Luft. Alle fünf Stunden werden so nach Angaben des Bauträgers 80 Prozent der gesamten Luft in der Wohnung getauscht. Der Trick dabei ist der Wärmetauscher, der die Wärme der abgehenden Luft sammelt und sie der eingehenden Frischluft wieder abgibt – das spart eine Menge Heizkosten.
- Bleibt noch der private Bauherr: der hat die Qual der Wahl. Technisch geht alles – ich war mal in einem Passivhaus und nach meinem offiziellen Rechechergespräch habe ich die Eigentümer des nicht sonderlich großen quadratisch-praktischen Wohnhauses im tief verschneiten Nordschwarzwald gefragt, wieviel ich überweisen müsste, würde ich jetzt das Haus kaufen wollen. Die lächelnde Antwort: 675.000 Euro. Also bleibt dem Otto-Normal-Bauherrn nur ein paar bezahlbare Alternativen. So wie die Wärme-Pumpe, die der Böblinger Projektentwickler Kimmerle & Jauch in seinem Family-Konzept-Musterhaus eingebaut hat. Hier läuft seit drei Jahren ein Wärme-Pumpe. Die Nebenkosten für das Haus belaufen sich im Jahr auf etwa 700 Euro all inclusive… das ist bei einer Wohnfläche von 150 qm ein echtes Wort. Die Mehrkosten für den Bau betragen aber wohl rund 10.000 Euro. Die Pumpe kostet eben ein paar Euro mehr als ein normaler Brenner und dann muss im ganzen Haus eine Fußbodenheizung installiert werden - das läbbert sich – wie der Schwabe sagt - bei drei Stockwerken. .
Bleibt als Fazit: Wer neu baut oder kauft, sollte einen gewissen energetischen Weitblick entwickelt haben und sich von höhren Investition nicht schrecken lassen. Gespart werden sollte mit Sicherheit an anderer Stelle. Heute gehört ein ausgewogenes Energiekonzept, egal ob mir Solar, Erdwärme oder Wärmepumpe zu den Basics. Zusammen mit einer guten Lage sichert es neben kalkulierbaren Nebenkosten auch einen ordentlichen Wiederverkaufswert.
16. April 2010
Die Kommunale Wohnbau Ehningen (KWE) hat mit einem symbolischen Spatenstich

Spatenstich der KWE in der Gärtringer Ortsmitte: Martin Tistler/ Jung & Tistler Bau, Claus Unger/ Ehninger Bürgermeister, Rainer Ganske und Carolinda DiLaudo/ KWE, Martin Weinstein/ BM Gärtringen und Architekt Robert Schedl (vlnr) Foto Matthias Hoffmann 2010
den Baubeginn ihres neuesten Wohnbauprojekts gefeiert: In der Gärtringer Orstmitte werden drei Wohngebäude mit insgesamt 30 Wohnungen entstehen. Im 1. Bauabschnitt werden zwei Häuser gebaut, die preiswertere, kleinere Wohnungen bieten. Hier wird auch auf einen Aufzug verzichtet. Der Grund für diese meines Erachtens richtige Entscheidung ist die Gärtringer Hauptstraße, die unmittelbar vor den beiden Häusern verläuft. Wenn diese beiden Gebäude fertig sind, entsteht im hinteren, dann geschützen Teil des Grundstückes
ein weiteres Wohnhaus mit größeren und entsprechend teureren Wohnungen, das mit einem Aufzug ausgestattet anspruchsvolle Käufer ansprechen wird. Für die Kommune sind nach Angaben Gärtringens Bürgermeister Michael Weinstein zwei Gründe wichtig für die Bebauung: “Ersten füllen wir an prominenter Stelle der Orsteinfahrt eine Baulücke und zudem erfährt die Ortsmitte durch die zukünftig ca. 80 Bewohner der Häuser eine Belebung.” Bezugsfertig sollen die Häuser im 1. Bauabschnitt etwa Ende 2011 sein. Hervorzuheben ist die gute Lage der neuen Wohnungen. Die Infrastruktur ist umfassend, zum S-Bahnhof sind es nur ein paar Gehminuten und auf der Autobahn A 81 ist man ruckzuck.
15. April 2010
Wissen ist Geld. Wer baut oder kauft oder kauft und saniert, der sollte wissen, welche staatlichen Fördermittel ihm zustehen und wie er sie beantragt. Da die Gelder nicht selbst beantragt werden können, und die Bänker, die die Anträge stellen müssen anscheinend nicht immer optimal informieren, sieht der Geldgeber – die KfW - Informationsbedarf. Die Förderbank schickt daher innerhalb eines Jahres seinen Info-Bus erneute auf Konjunk-Tour quer durch die Republik .

- Quelle KfW Bilderarchiv 2010
Der Termin für Stuttgart steht fest: der Bus parkt hier am 2. Juni 2010. Genauere Infos will die KfW aber erst später ins Netz stellen.
13. April 2010
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub. Nach einer entspannten Woche im schönen Finistére

Klasse plage westlich von Kerlouan (Foto Matthias Hoffmann 2010)
bin ich am 2. Tag im Büro schon wieder voll dabei. Nächste Woche wird ein Sonderthema in der SZBZ mit dem Titel “Energieeffizientes Wohneigentum” erscheinen. Hintergrund ist, dass wir darstellen wollen, wie die einzelnen Bauträger die Vorgaben der EnEV erfüllen oder übertreffen. Die einen setzen auf Geothermie, die anderne auf Luft-Wärme-Pumpen und ein Dritter schwört auf Holz-Pellett-Heizungen. Wenn ich mir den kompletten Überblick verschafft haben werde , veröffentliche ich hier eine Liste mit den bauträgerspezifischen Lösungswegen. Bis dahin a bientôt.