31. Oktober 2008
Der Immobilienverband Deutschland (http://ivd.net) hat im RA Dr. Peter Breiholdt, Hamburg einen “Ombudsmann Immobilien im IVD” gefunden. Er soll im Falle eines Falles “Schlichten statt richten”. Dem IVD gehören auch im Landkreis Böblingen zahlreiche Immobilienmakler an. Alle IVD-Mitglieder haben einen Ehrenkodex unterschrieben, der Verkäufern und Käufern von Immobilien Sicherheit vor Abzocke gibt – so sie sich denn an den Kodex halten. Die Mitgliedschaft im IVD ist innerhalb des nicht geschützten Maklerberufes mit einer Marke für Immobilien-Dienstleistungen vergleichbar. Die IVDler, die ich kenne, gehören hier im Kreis auf jeden Fall zu den seriösen Immobilien-Maklern. Bei allen Mitgliedern hängt dieses Logo:
Falls dann aber doch jemand denkt, er sei von seinem IVD-Makler übervorteilt oder gelinkt worden, hat jetzt die Möglcheit, den Ombudsmann einzuschalten. Informationen zu dieser sicherlich sinnvollen Einrichtung gibt es hier: http://www.ombudsmann-immobilien.net
30. Oktober 2008
PlanetHome, die Immo-Tochter der HypoVereinbank hat 1001 Leutchen eine Umfrage unter die Nase gehalten. Inhalt waren 9 ausgewöhnliche Ausstattungsmerkmale einer Wohnung. Das realistischste Ausstattungsdetail, ein begehbarer Kleiderschrank, kreuzten fast 70 Prozent an – kommen Sie nach Böblingen. In den meisten gehobenen Neubauten ist eine Ankleide Standard. Noch besser gehts im Altbau: vom Schlafzimmer wird einfach ein Stück mit einer Trockenwandbau abgeknipst, Strom gelegt, der Schreiner beauftragt und schon ist er fertig, der Wunschtraum aller jungen Damen (wir haben uns sowas auch eingebaut, ist echt erste Sahne!)

Dass sich allerdings laut Planethome-Umfrage 40 Prozent eine Maisonette wünschen, macht mich stutzig. Galeriewohnungen finden im Großraum Böblingen nur schwer Käufer. Das mag am Preis liegen, das hat aber auch seinen Grund in der häufig unpraktische Aufteilung und mit der Aussicht, spätestens mit 70 Jahren nochmals umzuziehen – für alte (und das sind die solventen) Käufer kommen Maisonette-Wohnungen nicht in die engere Auswahl. Die vollelektronische Ausstattung der Wohnung spricht vor allem den Spieltrieb der Männer an: ein Viertel will vom Navi geführt nach Hause kommen und dort den von Bil Gates gefüllten Kühlschrank vorfinden und ihr Sound wird vollautomatisch von Apple jeden Tag aufs neue ge-i-tuned… die spinnen, die Männer! Je abstruser die Wünsche, um so dünner wird die Luft. Den imaginären Hubschrauberlandeplatz wollen dann nur noch 1,5 Prozent – wahrscheinlich auch alles Männer. Nett finde ich die Bibliothek. Ich nenne es einfach Büro und mir geht es wie immerhin knapp 17 % der Befragten: ich hätte auch gerne eine richtige Bibi mit allem Schnick und Schnack und Leiter zum Hochkrabseln aber vor allem hätte ich gerne die Zeit !!!!! all die Bücher zu lesen…. Die Riesengarage ist den Leuten nicht so wichtig (7,2%). Das ist in unserer Region ganz anders: hier arbeiten viele Menschen beim Daimler und haben einen Jahreswagen. Und der muss !!! in einer Garage stehen. Mit hat mal ein Bautiger erzählt, wie er auf Wunsch eines Bauherrn in Böblingen das Bad kleiner (”ich dusche eh nur beim Daimler”) und dafür die Garage größer gemacht hat – das bestätigt einmal mehr, wie heterogen die Immobilienmärkte sind. Völlig abgenudelt dagegen die beiden Wünsche “ein Glasboden in der Küche mit Blick auf den Weinkeller” und der eigene Kinosaal – da sage ich nur: wer’s braucht….immerhin wünschen sich den Glasboden knapp 6 und das Homekino etwas mehr als 4 von Hundert.
Resümee: Wer sich heute einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie kauft, muss sicherlich auf andere Dinge achten. Nummer One ist und bleibt die Lage. Number Two: die Energieeffizienz! Für mich käme dann als Number 3 eine große Küche, als Number 4 ein großes Bad mit Sauna (und viel Licht und Grün und Wärme) und dann erst die Ankleide – auf den Hubi-Landeplatz und Elektro-pc-verkabelung der Haustechnik möchte ich gerne verzichten: ich sitze eh und je schon den halben Tag vor der blöden Daddelkiste.
27. Oktober 2008
Kaum bin ich mit dem Sonderthema “Die Bestandsimmobilie” durch, fange ich die Recherche zur nächsten Sonderveröffentlichung an. Seit nunmehr 6 Jahren erscheint immer im Herbst der “Bau-Atlas – Neubauten von A bis Z”. Dazu rufe ich alle Gemeinden an und sende ihnen per Mail ein Datenblatt. Hier ein Beispiel aus dem vergangenen Jahr:
Gemeinde: Aidlingen-Deufringen
Name des Baugebiets: Berg Laidorf
Grundstücke/ Einh./ Größe: 60/ 90/ 4 ha
Struktur: EFH, DH
Status: erschlossen
Gemeindeeigene Grundstücke: 8 Bauplätze
(Verkauf nur an Ortsansässige)
Wenn ja, Größe von bis: 320 – 770 m²
Wenn ja, für welche Bebauung: EFH, DH
Preise der Grundstücke: 315 bis 350 Euro/ qm
Städtische Fördermittel: Kindernachlass nach Einkommensgrenzen
Die Informationen aus diesem Datenblatt sind vor allem für Familien interessant, die ein Baugrundstück für ein freistehendes Einfamilienhaus bzw. eine Doppelhaushälfte suchen und nicht auf das Angebot eines Bauträgers zurückgreifen wollen. Sie finden im Bau-Atlas die Grundstücksangebote von ca. 25 Städten und Gemeinden im Landkreis BB. Der exakte Umfang hängt von der Anzahl der Baugebiete bzw. der dort gelegenen gemeindeeigenen Grundstück ab. Käufern, die Grundstücke auf dem freien Markt erwerben möchten, bleiben neben der Lektüres des Bau-Atlas 2008 zwei weitere Wege: im bevorzugten Baugebiet herumfragen, ob einer der Nachbarn weiß, wem das freie Grundstück gehört und ob es ggf. verkauft wird. Zweitens kann der Gang zum Makler helfen.
Vor- und Nachteile von gemeindeeigenen Grundstücken
Gemeindeeigene Grundstücke haben einen Vorteil: da die Gemeinden gerne junge Familien zum Verbleib in ihrer Kommunen bewegen wollen, unterstützen manche der Gemeinden den Kauf durch einen gewissen Preisnachlass. Auch der wird im Bau-Atlas veröffentlicht. In machen Kommunen gibt es den Quadratmeter für Familien (und jetzt kommt der Nachteil) die schon ein paar Jahre in der Gemeinde wohnen oder dort arbeiten für 5 Euro preiswerter und manchmal gibt es noch einen Preisnachlass pro Kind. Gut 400 qm braucht’s für ein Einfamilienhaus, macht dann 2.000 Euro Ersparnis. Kann man sich jetzt drüber streiten, ob sich das überhaupt lohnt, aber einem geschenkten Gaul…. In manchen Gemeinden unterliegt die ganze Geschichte auch noch einer Einkommensgrenze – wer also bei einem der großen Arbeitgeber hier im Landkreis arbeitet und Metall-Tarifler ist, geht meistens leer aus. Aber Fragen kostet in der Regel nix!
23. Oktober 2008
Nach Abschluss der Arbeiten an unserem Sonderthema “Die Bestandsimmobilie” fällt mir ein Resümee nicht leicht. Ich versuche es einfach einmal mit einer Liste:
- Angebot und Nachfrage halten sich bei den Bestandsimmobilien im Landkreis Böblingen die Waage
- Die Preise für Gebrauchte sind stabil.
- Die Preisunterschiede zwischen guten und schlechten Lagen bewegen sich weiter auseinander (das führt dazu, dass es eigentlich eine Menge preiswerter Objekte sogar im Stadtgebiet Böblingen/ Sindelfingen gibt)
- Die Frage nach dem Energieverbrauch stellen Käufer heute sofort
- Schon vor dem Kauf sollte die ggf. notwendige energetische Sanierung einer Bestandsimmobilie kalkuliert und mit in die Finanzierung eingebunden werden – das gilt vor allem für den Kauf von gebrauchten Einfamilien, Doppel- und Reihenhäusern.
- Laut Aussage verschiedener Makler sind (fast) alle Geschosswohungsbauten im Kreis in einem energetisch guten Zustand. Ich habe mehrmals nach möglichen Investitionsstaus in Hochhäusern aus den 60er und 70er Jahre gefragt – solche gibt es laut den Maklern Gott sei Dank nicht mehr. (das liegt sicherlich daran, dass sich viele Eigentümergemeinschaften von Profis verwalten lassen) Im Klartext: auch preiswerte Wohnungen bieten erträgliche Nebenkosten.
- Hoffnung oder Fakt? Keine Ahnung, aber die Makler und Bänker sind der Meinung, dass der Immobilie aufgrund der Finanzkrise wieder die ihr gebührende Wertschätzung als Renditeobjekt bzw. Kapitalanlage zuteil wird. Bleibt abzuwarten. Kann nämlich auch gut sein, dass das Gegenteil eintrifft und potentielle Kapitalanleger aufgund der unwägbaren Aussichten ihr Geld lieber ins Schließfach oder unters Kopfkissen legen…
- Dass das Wort Finanzkrise oder gar Immobilienkrise von der Branche nicht so gerne gelesen wird -schon garnicht in unserem Sonderthema.
- Der eine oder andere Makler bietet ein komplettes Facility-Management an. Er makelt Immobilien, bietet Umbaupläne vom Architekten, eine Bauleitung, die alle Gewerke abstimmt und das alles zu einem vorher vereinbarten Festpreis. Bei Bedarf kümmert er sich sogar um den Umzug … Für Menschen mit wenig Zeit und viel Geld.
- Schon gebetsmühlenartig weisen die Makler darauf hin, sich doch bitteschön schon heute über den Wiederverkauf des Wohneigentums Gedanken zu machen. Das fällt sicherlich vielen Menschen schwer. Aber ich muss den Maklern recht geben. Es hängt sehr viel von der Wahl der Lage ab, ob das Häuschen oder die Wohnung in 20 oder 30 Jahren werterhaltend (also inklusive des Inflationsverlustes) verkauft werden kann. Ein Tipp: die Innenstädte sind zwar heute schon recht teuer, aber sie erscheinen als eine zukunftssichere Investitionen. Denn der Trend in die Innenstädte ist nahezu ungebrochen.
Hier noch eine Liste der an unserem Sonderthema teilnehmenden Unternehmen – wer das Sonderthema lesen will, muss sich an die www.szbz.de wenden. Teilnehmer waren www.bw-bank.de, www.fahrner.de, www.fundax.de, www.garant-immo.de, www.kimmerle-hepting.de (heißen zwar kimmere-jauch, aber die url scheint noch nicht frei zu sein), www.kskbb.de, www.rn-immo.com, www.diebank.de, www.wohnstätten-sindelfingen.de und schließlich www.zebisch-immo.de.
22. Oktober 2008
auch wenn es so aussieht, auf dem Foto vom gestrigen Richtfest. Es hat gegossen wie aus Kübeln. Der Blick vom Dachfirst offenbarte aber eine kleine Lücke am dunklen Himmel, die der Zimmermeister ausgenutzt hat. Die Pultdachhäuser vom Nebringer Bauträger Klaus Bross (http://www.immobilien-bross.de/) in Herrenberg-
Oberjesingen sind (fast) alle verkauft – eins ist noch frei, es finden aber gerade Verkaufsgespräche statt. Der Zimmermann ließ Gnade walten und wählte einen kurzen Richtspruch und uns nicht allzu lange im Regen stehen. Dann ging es ab in eine dörfliche Pizzeria, war echt nett und trocken….
21. Oktober 2008
Am kommenden Donnerstag erscheint unser Sonderhema “Die Bestandsimmobilie” im Wochenblatt (das ist der hiesige Lokalführer unter den Anzeigenblättern, hat fast 100.000 Exemplare Auflage und wird von Immobiliensuchenden immer durchgeschaut). Daher leidet gerade mein Blog etwas. Aber auf zwei Hochzeiten tanzen ist eben nicht gut. Naja, die Buschtrommel funktionert, anscheinend gibt es im Zusammenhang mit der Finanzkrise die erste Pleite eines lokalen Bauträgers. Da ich aber noch keine Möglichkeit hatte, die mündliche Mitteilung zu verifizieren, halte ich mich an dieser Stelle mit Namen und Fakten zurück.
Heute morgen habe ich einen schönen Artikel zu diesem leidigen Thema gelesen – weiß nicht mehr wo, ist auch egal. Wichtig war die Aussage, dass kleinere Bauträger mit einem Jahresumsatz zwischen 500.000 und 5 Millionen Euro Umsatz (das sind so max. 30 Häuser im Jahr) besonders stark gefährdet sein. Der Grund: sie finanzieren ihre Kosten im Schnitt zu 75 Prozent. Andersherum mangelt es ihnen wie allen Kleinunternehmen an Eigenkapital. Stockt der Verkauf eines Wohnbauprojekts, dann denke ich mir, dass die Banken heute schon einmal einen Kredit nicht mehr verlängern… und aus die Maus. Das ist traurig.
Bin heute um 17 Uhr mal wieder aufs Dorf zu einem Richtfest eingeladen – diese ruralen Dachdeckerpartys haben mir meinen Gaststättenhorizont doch schon deutlich erweitet – wäre auch einmal eine kleine Serie wert “Zur Krone” oder “The fabulous Ranzenspanner”. Es muss ja nicht immer so edel sein, ein gemischter Braten mit Kartoffelsalat und Nudeln – jawohl, das mögen die Schwaben!!! Und das schmeckt auch richtig gut, auch wenn sich das die Bevölkerung jenseits des Neckars nicht vorstellen kann – in einer urigen Dorfbeiz ist immer eine kleine Landpartie wert. Ich mache mal ein Foto und berichte morgen in Kürze.
15. Oktober 2008
Mit einem improvisierten kleinen Festakt hat die Vereinigte Volksbank AG bzw. deren Niederlassung in Calw (http://www.diebank.de/index.php?id=245) die Einweihung ihres kleinen aber feinen Neubaugebietes gefeiert. Seit Ende Oktober 2007 waren die Tiefbauer zugange und haben aus der ehemaligen Gewerbefläche (hier stand mal ein Bauunternehmen) eine kleine Siedlung mit 36 Grundstücken für Einfamilienhäuser gemacht. Die Grundstücksgrößen reichen von 350 bis 450 qm. Macht bei einem Quadratmeterpreis von 215 Euro/ qm zwischen 72.250 Euro und 96.750 Euro. Für die Lage auf der “Stuttgarter Seite” von Calw und inklusive Erschließungskosten kann ich beruhigt von einem sehr fairen Preis-Leistungsverhältnis sprechen. Denn es geht auch anders: Ich habe neulich gehört, dass ein Verkäufer für ein Grundstück in der Böblinger Innenstadt 880 Euro/ qm erzielen wollte – ob der Deal was geworden ist, weiß ich nicht. 10 der Grundstücke an der Bismarkstraße in Calw-Heumaden sind verkauft. Zudem sollen noch einige Reihenhäuser entstehen – wann, was, wie weiß ich nicht genau, aber ich kann nachhaken.
Ansprechpartner für die Grundstücke ist Frederic Menz, Vereinigte Volksbank AG, Niederlassung Calw, Telefon 07051/ 16 85-32. (Bild M. Hoffmann)
14. Oktober 2008
Komme gerade von einem Gespräch mit den zwei Immobilienmaklern der BW-Bank (https://immobilien.bw-bank.de), die für Sindelfingen und Böblingen bzw. deren Teilorte verantwortlich sind. Sie bestätigten einmal mehr, dass die Schere zwischen den Käuferschichten immer weiter auseinanderklafft. Da sein solche Käufer, bei denen es auf ein paar Euro mehr nicht ankomme. Diese würden gerne Bestandsimmobilien in besten Lagen kaufen, die, in einem guten Zustand, auch gerne ein wenig mehr kosten dürfen. Da wären zum anderen die Käufer, die auf jeden Cent schauen müssen. Diese suchten gezielt nach Immobilien im Bestand (eine Preisfrage) und hier nach besonders günstigen Immobilien in weniger günstigen Lagen. Diese beiden Marktsegemente laufen nach Aussage der beiden Profis im Landkreis Böblingen im Moment relativ gut. Was völlig untergehe, sei die breite Mittelschicht, die klassischen Reihenhaus- und 4-Zimmerwohnungskäufer.
Die breite Scherenöffnung hat mehrere Gründe: Zum einen führen die gestiegenen Lebenshaltungskosten, die Inflation und die kalte Steuerprogession langsam aber sicher dazu , dass die Mittelschicht immens an Kaufkraft verloren hat und weiter verlieren wird. Zum anderen fehle, so die Bänker weiter, seit der Abschaffung der Eigenheimzulage für diese Schicht der Kaufanreiz (mit 2 Kindern gab es bis Ende 2005 für den Kauf eines gebrauchten Eigenheims immerhin 22.500 Euro). Da ich aber ein Subvenstionsgegner bin, muss ich einerseits eingestehen, dass gute 20.000 Euro ein echtes Argument sind. Andererseits ist es für mich bis heute nicht nachvollziehbar, warum ich als Käufer einer Immobilie Steuergelder geschenkt bekomme… ich jedenfalls schmeiße am 15. März (da kommt die Auszahlung) immer eine Runde in der Kneipe und gebe meinen Nachbarn so einen Teil ihrer bei mir gelandeten Steuern zurück.
Zusätzlich werden die unkalkulierbaren Nebenkosten für viele potentiellen Schwellenhaushalte zum Hemmschuh. Denn bei einer 4-Zimmerwohnung mit Aufzug müssen in Böblingen oder Sindelfigen in der Zwischenzeit nochmals ca. 330 Euro pro Monat Nebenkosten auf den Kapitaldienst aus Zins und Tilgung aufgeschlagen werden – für viele Familien ist das Ende der Fahnenstange da schon ein ganzes Stück vorher ereicht. Daher werde der Energiepass immer wichtiger, die Kaufinteressenten möchten genau wissen, wie hoch der zu erwartende Energieverbrauch der Wohnung sei, so die BW-Bänker abschließend.
13. Oktober 2008
Die nächsten Tage bzw. zwei Wochen stehen ganz im Zeichen der Bestandsimmobilien. Vor allem in den stark nachgefragten innerstädtischen Lagen oder an den Rändern der Innenstädte geht ohne die Bestandsimmobilie nichts. Preiswert sind sie vor allem in den Stadtgebieten Leonberg, Böblingen, Sindelfingen oder Herrenberg schon lange nicht mehr – wobei ich da eigentlich schon wieder stark differentieren muss. In Abhängigkeit der Lage (z. B. in Böblingen der “Grund” oder in Sindelfingen der “Goldberg”), des Baujahres (60er und 70er Jahre = Geschosswohnungsbau mit ziemlich vielen Stockwerken und lecker Sichtbeton) und ihres Zustandes gibt es selbst im HochPreis-Ballungsraum BB/ Sifi günstige Immobilien. Zum Teil wurde das Gemeinschaftseigentum (Flur, Briefkastenanlage, Waschraum oder das Dach) voll saniert und dann ersteht der Käufer eigentlich eine solide Wohnungen – so es ihm denn nichts ausmacht, im Hochhaus zu wohnen. Wer jedoch ein nettes Häuschen sucht, ganz gleich, ob Reihen- oder Doppelhaus oder gar der freistehende Einfamilientraum mit 4,5 ar Grundstück und einem netten Fußweg in die Stammkneipe oder zum Bäcker…. der sollte schon ein paar Jahre gespart haben. Vor allem über eines sollten sich Bestandskäufer heute im Klaren sein: ohne die energetische Vollsanierung der Hütte geht nichts! Die Kosten und die Arbeit hierfür müssen einkalkuliert sein. Die Wunschterrasse oder die Traumküche können später immer noch gekauft und nachträglich (ein)-gebaut werden – Solar oder Luft-Wärmepumpen, Dachisolierung und Außendämmung, Kellerabdichtung und das optimale Heizsystem müssen schon im Vorfeld geplant, vom Fachmann eingebaut und schließlich auch im Vorfeld in die Gesamtfinanzierung einkalkuliert worden sein.
Für den Bestand gilt: Halten Sie den Wiederverkauf im Auge! Ist das Reihenhaus auch noch so klein, alt und vielleicht architektonisch nicht so dolle, macht nichts, wenn die Technik auf dem neuesten Stand ist -Innenwände rausklopfen oder rausgeklopfte zurückbauen ist keine große Kunst! Aus einem älteren Haus ein zeitgemäßes und energeieffizientes Gesamtkonzept zu machen, bedarf dagegen einer guten Planung und ein wenig Fingerspitzengefühl. Gelingt das aber, dann liegen Käufer mit ihrer Bestandsimmobilie voll im Rennen und können sich ihrer Investiton sicher sein.
9. Oktober 2008
Gestern habe ich ja über die Verleihung des Qualitätssiegels an das Betreute Wohnen in Dätzingen geschrieben. Ich möchte aber gerne noch einige andere seniorengerechte Wohnprojekte im Großraum Böblingen vorstellen, die ich ganz interessant finde – denn irgendwann betrifft uns dieses Thema ja alle. Und je eher wir uns damit auseinandersetzen, wie wir im Alter leben möchten, um so eher besteht die Chance, ein passendes Wohnmodell zu finden:
Die “Lebensräume für Jung und Alt” auf der Böblinger Diezenhalde sind ein Gemeinschaftsprojekt der Böblinger Baugesellschaft (BBG) www.bbg-boeblingen.de und der Stiftung Liebenau (www.stiftung-liebenau.de). Die Grundidee dieser als Wohnhof angelegten Einrichtung ist Generationen übergreifendes Wohnen. Junge und alte Menschen sollen hier gemeinsam wohnen und leben, die notwendige Moderation übernimmt das Personal der Stiftung Liebenau. Die Wohnungsgrößen (es handelt sich um Eigentumswohnungen) varieren zwischen um die 50 und guten 100 qm und sprechen somit Alleinstehende und Familien gleichermaßen an. Über die Erfahrungen, die die Erwerber dort gemacht haben, kann ich nichts sagen. Allerdings scheinen gemischte Wohnanlagen ihre Freunde zu haben: die Stiftung Liebenau betreibt alleine in Baden-Württemberg 16 vergleichbare Einrichtungen.
Auf eine pflegerische Grundversorgung ohne Heimverordung hat vor mehreren Jahren die Siwog gesetzt: sie war mit dem Sindelfinger Wohnbauprojekt “Bärleeck” gemeinsam mit der Ökumenischen Sozialstation (http://www.sozialstation-sindelfingen.de) einer der Vorreiter beim Betreuten Wohnen. Das Prinzip ist recht einfach. Man nehme einen Bauträger, der in der Lage ist, seniorengerecht zu bauen (barrierefrei, evtl. behindertengerecht, Notrufeinrichtungen, Gemeinschaftsräume, Büro für Pflegeeinrichtung) und einen Pflegedienst, der in der Lage ist, auf Abruf alle pflegerischen und hauswirtschaftlichen Dienstleistungen zu erbringen. Das Credo lautet “So viel Selbständigkeit wie möglich, so wenig Pflege wie nötig”. Der Erfolg bestätigt die Macher und zeigt, dass die Rechnung aufgeht. Obwohl die Wohnungen in diesen Häusern nicht ganz preiswert sind, bauen die Wohnstätten Sindelfingen ebenfalls mit der Sozialstation Sindelfingen ein vergleichbares Projekt derzeit in der Stuttgarter Straße in Maichingen.
Natürlich kommen für derartige Gesamtkonzeptionen immer nur die großen bzw. kommunalen Wohnbauunternehmen in Frage – das Ganze ist ja schließlich auch eine politische Geschichte, denn eine Stadt ist für alte Menschen nur dann lebenswert, wenn dort auch entsprechender Wohnraum und ein adäquates Freizeitangebot offeriert werden. Daher geht z. B. die BBG neue Wege und plant derzeit eine Seniorenwohngemeinschaft in der Böblinger Innenstadt, die eine zentrale Lage mit einem optimalen Sicherheits- und Pflegeangebot verbinden wird. Mit der Wohngemeinschaft sollen ältere Menschen angesprochen werden, die nicht alleine sondern in Gemeinschaft alt werden wollen. Das Konzept garantiert durch das eigene Appartement den notwendigen Rückzugsraum, der Gemeinschaftsraum dient dem Kontakt und der Kommunikation zwischen den Bewohnern. Eine Rund-Um-Die-Uhr-Betreuung bietet im Notfall und je nach Bedarf Pflege und Hilfe an. Hier sehen die Planer auch Einsparpotentiale gegenüber der Pflege zu Hause. Vor allem hauswirtschaftliche Dienste können die WG-Senioren gemeinsam einkaufen und so eine Menge Geld sparen. Zudem zeigen die Erfahrungen bestehener WGs, dass sie ein guter Nähboden für die Hilfe zur Selbsthilfe bzw. das Ehrenamt sind. Die Appartements werden ebenfalls verkauft und sind mit Sicherheit auch eine gute Kapitalanlage.
So könnte die Seniorenwohngemeinschaft an der Ecke Klaffensteinstraße/ Pestalozzistraße in der Böblinger City einmal aussehen. Entwurf und Grafik stammen vom Böblinger Architekturbüro Hinrichsmayer & Bertsch.