Normalerweise gehen wir davon aus, dass die monatliche Belastung durch Wohneigentum etwas höher liegt als die Nebenkosten eines vergleichbaren Mietobjekts. Zu Buche schlagen neben Zins und Tilgung Rücklagen für Reparaturen und Sondertilgungen. Die reinen Nebenkosten sind allerdings gleich. Ich habe eine Meldung des Deutschen Mieterbundes zum Anlass genommen, unsere privaten Nebenkosten exakt auszurechnen: mit 2,37 Euro/ qm liegen wir leicht über dem Betriebskostenschnitt eines deutschen Mieters von 2,19 Euro/ qm. Unsere Betriebskosten ergeben sich aus Gas, Wasser und Abwasser, Strom, Müll, Grundsteuer, Kaminfeger und Gebäudeversicherung. Für unsere 85 m²-Häuschen addieren sich diese Einzelposten auf 2.217,40 Euro im Jahr – 95 Prozent davon greifen alleine die Stadtwerke ab. Von irgendwas müssen die ja auch leben… Leider trifft vermutlich sowohl für Mieter als auch Eigentümer die Tatsache zu, dass die Nebenkosten im Laufe der Jahre ziemlich heftig gestiegen sind. Von 2007 auf 2008 um ganze 4,7 Prozent.
Vorteil des Eigentümers: Er kann zielgerichtet gegen steigende Betriebskosten vorgehen. Doch eine bessere Wärmedämmung, neue Fenster oder eine effizientere Heizung kosten Geld… und somit wären wir wieder am Anfang dieser Geschichte.
Fazit: Die Betriebskosten für Wohneigentum sind weder preiswerter noch teurer. Aber sie können durch Eigeninitiative beinflusst werden und sind – ganz wichtig – transparent. Wenn ich mir die lange Liste der Nebenkosten eines Mieters anschaue, wirds mir elend: Um seine Nebenkosten auf Euro und Cent kontrollieren zu können, müsste ihm sein Vermieter jede einzelne Rechnung für Gartenpflege, Aufzugwartung, Straßenreinigung, Gebäudereinigung, allgemeiner Strom, Hauswart, Kabelfernsehen und Sonstiges - vermutlich die wöchentliche Kiste Bier des Vermieters ;-) - offenlegen. Und welcher Vermieter tut das schon?
