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BESTAND 02 – Die Käufermittelschicht fehlt

Komme gerade von einem Gespräch mit den zwei Immobilienmaklern der BW-Bank (https://immobilien.bw-bank.de), die für Sindelfingen und Böblingen bzw. deren Teilorte verantwortlich sind. Sie bestätigten einmal mehr, dass die Schere zwischen den Käuferschichten immer weiter auseinanderklafft. Da sein solche Käufer, bei denen es auf ein paar Euro mehr nicht ankomme. Diese würden gerne Bestandsimmobilien in besten Lagen kaufen, die, in einem guten Zustand, auch gerne ein wenig mehr kosten dürfen. Da wären zum anderen die Käufer, die auf jeden Cent schauen müssen. Diese suchten gezielt nach Immobilien im Bestand (eine Preisfrage) und hier nach besonders günstigen Immobilien in weniger günstigen Lagen. Diese beiden Marktsegemente laufen nach Aussage der beiden Profis im Landkreis Böblingen im Moment relativ gut. Was völlig untergehe, sei die breite Mittelschicht, die klassischen Reihenhaus- und 4-Zimmerwohnungskäufer.

Die breite Scherenöffnung hat mehrere Gründe: Zum einen führen die gestiegenen Lebenshaltungskosten, die Inflation und die kalte Steuerprogession  langsam aber sicher dazu , dass die Mittelschicht immens an Kaufkraft verloren hat und weiter verlieren wird. Zum anderen fehle, so die Bänker weiter, seit der Abschaffung der Eigenheimzulage für diese Schicht der Kaufanreiz (mit 2 Kindern gab es  bis Ende 2005 für den Kauf eines gebrauchten Eigenheims immerhin 22.500 Euro). Da ich aber ein Subvenstionsgegner bin, muss ich einerseits eingestehen, dass gute 20.000 Euro ein echtes Argument sind. Andererseits ist es für mich bis heute nicht nachvollziehbar, warum ich als Käufer einer Immobilie Steuergelder geschenkt bekomme… ich jedenfalls schmeiße am 15. März (da kommt die Auszahlung) immer eine Runde in der Kneipe und gebe meinen Nachbarn so einen Teil ihrer bei mir gelandeten Steuern zurück.

Zusätzlich werden die unkalkulierbaren Nebenkosten für viele potentiellen Schwellenhaushalte zum Hemmschuh. Denn bei einer 4-Zimmerwohnung mit Aufzug müssen in Böblingen oder Sindelfigen in der Zwischenzeit nochmals ca. 330 Euro pro Monat Nebenkosten auf den Kapitaldienst aus Zins und Tilgung aufgeschlagen werden – für viele Familien ist das Ende der Fahnenstange da schon ein ganzes Stück vorher ereicht. Daher werde der Energiepass immer wichtiger, die Kaufinteressenten möchten genau wissen, wie hoch der zu erwartende Energieverbrauch der Wohnung sei, so die BW-Bänker abschließend.

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Info:
BESTAND 02 – Die Käufermittelschicht fehlt ist Beitrag Nr. 62
Autor:
Matthias Hoffmann am 14. Oktober 2008 um 14:41
Kategorie:
Allgemein
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