Alle Jahre wieder ist es soweit: irgendjemand, Banken, Bausparkassen oder spezielle Immobilienfinanzierer veröffentlichen eine Broschüre zum wichtigen Thema “Immobilienfinanzierung”. Druckfrisch ist die 33-seitige Broschüre private-immobilienfinanzierung vom Bankenverband. Sie ist auf den ersten Blick ausgereift und umfassend.
Ich halte gute Information für wichtig und Bauwillige oder Kaufinteressenten sollten jede Quelle nutzen, um sich in das doch recht komplexe Thema Finanzierung einzulesen. Eines jedoch stört mich bei allen Ratgebern: Sie sind von Menschen geschrieben, die ihr Geld mit dem Verleihen von Geld verdienen. Sie eröffnen ihre Broschüren meistens mit dem Satz “Nachdem Sie Ihre Traumimmobilie gefunden haben, müssen Sie sich jetzt um die Finanzierung kümmern.” Das finde ich ziemlich irrational!
Erst sollte ich doch wissen, wie viel Immobilie ich mir leisten kann. Und erst dann begebe ich mich auf die Suche nach dem passenden Stück. Oder ich spar noch eine Weile. Diese Vorgehensweise schützt vor herben Enttäuschungen und unnötigen Terminen. Das freistehende energieeffiziente Einfamilienhaus mit sechs Zimmern, zwei Bädern, drei Toiletten, Sauna und Büro auf einem 5 Ar große Grundstück in ruhiger Lage mit Blick über die Innenstadt gibt es nun einmal nicht für 200.000 Euro. Vielleicht irgendwo in Meklenburg-Vorpommern oder hinter Aurich, in Rodenbach bei Pudenbach im schönen Westerwaldkreis oder in Klein-Krauscha kurz vor Polen aber mit Sicherheit nicht im Großraum BB/ Sifi.
