Der Blick auf die Seite von Horst Biallo lässt mich heute morgen kalt erschauern. Beim Zinsvergleich von Annuitätendarlehen (das ist Bänker-Deutsch fü Kredite mit gleichbleibenden Raten über die gesamte Laufzeit – Voraussetzung ist eine vereinbarte Zinsbindung über die gesamte Laufzeit. In Deutschland der normale Weg ins Eigenheim. In den USA nicht, daher auch die Hammerkrise) gibt es starke Differenzen. Die Ostsächsische Sparkasse Dresden (und das ist die größte Sparkasse in Ostdeutschland) verlangt für ein 100.000 Euro Darlehen bei einer Laufzeit von 10 Jahren und einer Beleihungsgrenze von 60 Prozent und einer Tilgung von 2 Prozent 3,89 % Zinsen – macht im Monat 490,83 Euro. Insgesamt bezahlt der Bauherr oder Käufer im Verlauf der 10 Jahre 34.500,36 Euro Zinsen. Geht er nun zur Quelle Bausparkasse und leiht sich die gleiche Summe bei gleicher Laufzeit und Tilgung, dann kostet ihn das Bauvergnügen pro Monat 653,83 Euro bzw. satte 51.834,62 Euro Zinsen in 10 Jahren. Die Differenz zwischen den beiden Angeboten beläuft sich somit auf über 17.000 Euro – 1.700 Euro mehr im Jahr ist eine Menge Geld, 141 Euro im Monat, das sind zwei echt fette Wocheneinkäufe im Supermarkt.
Fazit: aufpassen, vergleichen, recherchieren und das Gespräch mit der Hausbank suchen. Der Sicherheitsanspruch und die Beratung, auch hinsichtlich der Anschlussfinanzierung, dürfen ruhig etwas kosten - der Weg liegt also wie so oft in der goldenen Mitte. Dennoch sollten Bauherren oder Käufer ihren Wunschfinanzierer auf die Angebote anderer Banken und Darlehensgeber aufmerksam machen und mit Nachdruck die zu vereinbarenden Zinssätze und Laufzeiten verhandeln – es müssen ja nicht gleich 17.334,26 Euro dabei herauskommen.
