PlanetHome, die Immo-Tochter der HypoVereinbank hat 1001 Leutchen eine Umfrage unter die Nase gehalten. Inhalt waren 9 ausgewöhnliche Ausstattungsmerkmale einer Wohnung. Das realistischste Ausstattungsdetail, ein begehbarer Kleiderschrank, kreuzten fast 70 Prozent an – kommen Sie nach Böblingen. In den meisten gehobenen Neubauten ist eine Ankleide Standard. Noch besser gehts im Altbau: vom Schlafzimmer wird einfach ein Stück mit einer Trockenwandbau abgeknipst, Strom gelegt, der Schreiner beauftragt und schon ist er fertig, der Wunschtraum aller jungen Damen (wir haben uns sowas auch eingebaut, ist echt erste Sahne!)
Dass sich allerdings laut Planethome-Umfrage 40 Prozent eine Maisonette wünschen, macht mich stutzig. Galeriewohnungen finden im Großraum Böblingen nur schwer Käufer. Das mag am Preis liegen, das hat aber auch seinen Grund in der häufig unpraktische Aufteilung und mit der Aussicht, spätestens mit 70 Jahren nochmals umzuziehen – für alte (und das sind die solventen) Käufer kommen Maisonette-Wohnungen nicht in die engere Auswahl. Die vollelektronische Ausstattung der Wohnung spricht vor allem den Spieltrieb der Männer an: ein Viertel will vom Navi geführt nach Hause kommen und dort den von Bil Gates gefüllten Kühlschrank vorfinden und ihr Sound wird vollautomatisch von Apple jeden Tag aufs neue ge-i-tuned… die spinnen, die Männer! Je abstruser die Wünsche, um so dünner wird die Luft. Den imaginären Hubschrauberlandeplatz wollen dann nur noch 1,5 Prozent – wahrscheinlich auch alles Männer. Nett finde ich die Bibliothek. Ich nenne es einfach Büro und mir geht es wie immerhin knapp 17 % der Befragten: ich hätte auch gerne eine richtige Bibi mit allem Schnick und Schnack und Leiter zum Hochkrabseln aber vor allem hätte ich gerne die Zeit !!!!! all die Bücher zu lesen…. Die Riesengarage ist den Leuten nicht so wichtig (7,2%). Das ist in unserer Region ganz anders: hier arbeiten viele Menschen beim Daimler und haben einen Jahreswagen. Und der muss !!! in einer Garage stehen. Mit hat mal ein Bautiger erzählt, wie er auf Wunsch eines Bauherrn in Böblingen das Bad kleiner (”ich dusche eh nur beim Daimler”) und dafür die Garage größer gemacht hat – das bestätigt einmal mehr, wie heterogen die Immobilienmärkte sind. Völlig abgenudelt dagegen die beiden Wünsche “ein Glasboden in der Küche mit Blick auf den Weinkeller” und der eigene Kinosaal – da sage ich nur: wer’s braucht….immerhin wünschen sich den Glasboden knapp 6 und das Homekino etwas mehr als 4 von Hundert.
Resümee: Wer sich heute einen Neubau oder eine Bestandsimmobilie kauft, muss sicherlich auf andere Dinge achten. Nummer One ist und bleibt die Lage. Number Two: die Energieeffizienz! Für mich käme dann als Number 3 eine große Küche, als Number 4 ein großes Bad mit Sauna (und viel Licht und Grün und Wärme) und dann erst die Ankleide – auf den Hubi-Landeplatz und Elektro-pc-verkabelung der Haustechnik möchte ich gerne verzichten: ich sitze eh und je schon den halben Tag vor der blöden Daddelkiste.

